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Mitgliederversamlung, Bericht des Vorstands 2017

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Bericht des Vorstands 2017

Mitgliederversammlung am 30. Mai 2017

 

Liebe Mitglieder,

 

herzlich willkommen zu unserer Mitgliederversammlung und ganz herzlichen Dank für Ihre Anwesenheit.

Die Versammlung wurde satzungsgemäß einberufen und ist beschlussfähig. Die Einladung einschließlich Tagesordnung erfolgte fristgemäß.

 

Es ist wieder an die Zeit, offiziell Dank an den Vorstand für seine gute Arbeit im vergangenen Jahr auszusprechen. Seit der letzten Versammlung im Juni 2016, also seit dem Ausscheiden von Georgi Bonev als Schriftführer, musste der Vorstand bis Oktober 2016 mit vier Mitgliedern auskommen, bis unsere jetzige Schriftführerin Vivian Pramataroff-Hamburger den Posten offiziell antreten konnte. Bester Dank gebührt hier dem Vizepräsidenten Alexander Tschardakliev, der während dieser Zeit den Posten kommissarisch vertrat und die dazugehörigen Aufgaben übernahm. Nun sind wir wieder vollzählig und es ist mir eine Freude berichten zu können, dass wir mit Frau Pramataroff eine überaus engagierte Schriftführerin gewonnen haben, die sich rasch einarbeitete und sich von Beginn ihrer Amtszeit an stets mit wertvollen Vorschlägen für die Programmgestaltung sowie privatem Engagement einbrachte. Weiterhin dankend muss ich auch unseren ehemaligen Schriftführer Georgi Bonev erwähnen, der Frau Pramataroff bei der wichtigen Aufgabe der Website-Pflege unterstützte und immer noch bei schwierigeren Fragen diesbezüglich Hilfe leistet. So blicken wir auf ein Jahr zurück, das uns einiges an Flexibilität abverlangte und das wir, wie ich finde, bestens gemeistert haben. Aufgaben konnten immer wieder spontan umverteilt und Sitzungstermine außerplanmäßig vereinbart werden.

 

Wie bereits letztes Jahr beschlossen, haben wir 2017 die Mitgliedsbeiträge und Eintrittspreise leicht erhöhen müssen. Einzelheiten dazu liefert in seinem Bericht der Schatzmeister Andreas Keiser. Mit Freude erwähnen möchte allerdings jetzt schon, dass sich dadurch unsere Mitgliederzahlen nicht verringert haben – und hierzu auch herzlichen Dank an alle Mitglieder für die Treue und das Vertrauen! Momentan haben wir 107 Mitglieder.

 

Was unsere Veranstaltungsaktivitäten betrifft, so waren wir, wie immer, um ein abwechslungsreiches, anspruchsvolles Programm bemüht. Die Bulgarien gewidmete Literatur und Kunst hatte im vergangenen Veranstaltungsjahr Vorrang. So gab der herausragende Übersetzer und Autor Thomas Frahm anlässlich des 24. Mai, Tag des bulgarischen Schrifttums, den Auftakt mit einem eindrucksvollen Vortrag zur bulgarischen Gegenwartsliteratur. Er stellte seinen zum damaligen Zeitpunkt gerade erschienenen Band „Heiliger Buchstabe – Heillose Zeiten“ in dem von ihm selbst gegründeten Verlag „Chora“ vor, in dem er einen Überblick über die bulgarische Literaturgeschichte, Essays zur neueren bulgarischen Belletristik und Rezensionen ausgewählter aktueller Romane versammelt hat.

Bereits sehr frühzeitig geplant und voller Vorfreude angekündigt hatten wir einen weiteren Literaturabend, der unsere Weihnachtsveranstaltung auszeichnen und das Ende des Kalenderjahres krönen sollte – einen Abend mit dem wohl erfolgreichsten gegenwärtigen bulgarischen Schriftsteller Georgi Gospodinov. Doch nachdem es zu einer kurzfristigen Absage kam, war wieder der Vorstand gefragt, die unangenehme Situation in den Griff zu bekommen und den Abend doch noch der Ankündigung gebührend zu gestalten. An dieser Stelle bedanke ich mich recht herzlich bei Herrn Tschardakliev und Herrn Keiser für die Idee und deren Umsetzung, sodass wir im Endeffekt einen durchaus gelungenen Abend nicht mit, aber über Georgi Gospodinov auf die Beine stellen konnten. Mit der Slavistin und großen Kennerin des Autors Prof. Svetlana Kazakova genossen wir einen gehaltvollen Vortrag über das Werk von Georgi Gospodinov, unterstützt durch Aufnahmen und Materialien, die Andreas Keiser zur Verfügung stellte.

Musik, Theater und ein Stück weit auch Literatur vereinten wir im März, als wir einen Abend dem Theaterstück oder genauer: der szenischen Passion „Die Rettung“ des in München lebenden Regisseurs Vladimir Danovski widmeten. Die erfolgreichen Aufführungen des Stückes, das die Rettung der bulgarischen Juden im 2. Weltkrieg thematisiert, wollten wir hier zumindest nachempfinden lassen. Zu Gast hatten wir den Regisseur selbst mit einigen Details über die Entstehung der Passion, die Projektleiterin der Aufführungen und langjährige Begleiterin der Recherchen Rose Marie Kranzfelder-Poth mit einem bewegenden Vortrag über Zivilcourage und gelebte Zivilgesellschaft, und den musikalischen Leiter des Stückes, den Pianisten und Dirigenten Manfred Manhart, der die Veranstaltung am Flügel mit Kompositionen aus der Passion musikalisch umrahmte.

Kritische Auseinandersetzungen mit brisanten gesellschaftlichen Themen fanden natürlich auch Platz im Programm. Im Januar begrüßten wir bereits zum zweiten Mal in diesen Räumen den Wirtschaftsexperten Yasen Georgiev, Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik in Sofia. In einem äußerst informativen Vortrag auf der Basis harter Daten suchte er Antworten auf die Frage nach dem ausbleibenden Fortschreiten der bulgarischen Wirtschaft. Den Vortrag präsentierten wir im Rahmen einer Gemeinschaftsveranstaltung mit der SOG. Welch brenzlichem Thema wir uns an diesem Abend gewidmet hatten, zeigte sich an den ausgelösten heftigen, langanhaltenden Diskussionen im Anschluss.

Ein nicht minder problematisches Feld, das der Medienfreiheit bzw. -unfreiheit in Bulgarien, behandelte ich selbst in meinem Vortrag im Oktober, als ich die Gelegenheit ergriff, einen Teil meiner Forschungsarbeit als Ethnologin hier vorzustellen und über die unerfreulichen aktuellen Entwicklungen in der als wichtigsten Pfeiler von Demokratie geltenden Medienlandschaft zu berichten.

Als traditionelle 6. Veranstaltung organisierten wir im Juli wieder ein Grill-Sommerfest, das bereits siebte in Folge, bei dem wir Glück mit dem Wetter hatten und eine tolle Atmosphäre.

Mit Freude kann ich darüber hinaus berichten, dass wir es letzten Monat, im April, geschafft haben, auch die letztes Jahr im Zusammenhang mit Beitragserhöhung angekündigte Erweiterung des Programms zu starten. Geplant sind nämlich zwei weitere Veranstaltungen pro Jahr, die im Foyer des IBZ stattfinden und in kleinerem Rahmen und eher informeller Form, als Clubabende, Treffen und Diskussionen mit interessanten Persönlichkeiten ermöglichen. Die Idee und auch die Umsetzung des ersten solchen Abends kam von Andreas Keiser, herzlichen Dank auch dafür. Unter dem spannenden Titel „Jud, Christ und Muslim – friedlich Tür an Tür. Religionsgemeinschaften in Sofia“ erzählte der Gast Harald Grill über seine Recherchen und Eindrücke in Bulgarien, die er in einem Radio-Feature für den Bayerischen Rundfunk verarbeitet hat. Der Abend konnte als Erfolg verbucht werden und insofern fühlen wir uns ermutigt, mit dieser Art Treffen fortzufahren. Zur Unterstützung des Vorstands hatten wir auch letztes Jahr, Sie erinnern sich, eine Ausschreibung herumgeschickt auf der Suche nach Mitgliedern für einen zweiköpfigen Beirat, der uns mit Ideen für ebendiese Abende bereichern soll. Es haben sich erfreulicherweise bereits zwei Damen gemeldet, zum einen die allseits bekannte Alma Rangelova, die dieses Engagement neben ihrer Tätigkeit als Kassenprüferin übernehmen möchte (herzlichen Dank), und unser Mitglied Dimitrina Lang. Wenn alles wie geplant läuft, soll der Beirat ab dem Herbst, also beim nächsten Clubabend aktiv werden.

An dieser Stelle die Besucherzahlen im letzten Jahr, für die ich Herrn Keiser als zuverlässigem Aufzeichner danke: Bei den regulären 5 angebotenen Veranstaltungen im IBZ konnten wir insgesamt 180 BesucherInnen begrüßen. Das 7. Grill-Sommerfest im „Moosacher Paradies“ im Juli zog 30 Mitglieder und Gäste an. Und beim erstmalig angebotenen Clubabend erschienen 20 Personen.

Als Sponsor und teilweise auch Teilnehmer wirkten wir auch dieses Jahr bei den 11. Balkantagen, die wir erneut, wie in den Jahren zuvor, mit 500€ unterstützten.

 

Details zur Finanzlage erfahren Sie gleich im Anschluss von unserem Schatzmeister Andreas Keiser, dessen Anmerkungen Sie wie immer als Kopie erhalten. Fragen zu beiden Berichten können Sie danach stellen.

Damit möchte ich meinen Bericht abschließen und gleich Herrn Keiser nach vorn bitten.

 

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!

 

Katerina Gehl

Präsidentin